.avif)
Die bevorstehende Einführung des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS 2) im Jahr 2027 stellt Vermieter von Mehrfamilienhäusern vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Die aktuelle Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) beleuchtet detailliert, welche Mehrkosten durch die CO₂-Bepreisung auf Vermieter zukommen und welche Maßnahmen erforderlich sind, um diese Kosten zu minimieren.
Was bedeutet der EU-ETS 2 für Vermieter von Mehrfamilienhäusern?
Das EU-ETS 2 wird europaweit für den Gebäudesektor eingeführt und betrifft besonders Gebäude, die fossile Brennstoffe wie Gas und Öl nutzen. Ab 2027 werden CO₂-Emissionen für Heizungen mit fossilen Brennstoffen über Zertifikate versteuert, deren Preis durch Auktionen bestimmt wird. Für Vermieter von Mehrfamilienhäusern, die keinen Fokus auf energieeffiziente Sanierungen gelegt haben, bedeutet dies, dass sie mit drastisch steigenden Kosten für Heizung und Warmwasser rechnen müssen.
Laut der Studie könnten CO₂-Preise bis zum Jahr 2030 deutlich ansteigen, von den derzeitigen 45 €/t auf mehrere 100 €/t. Mehrfamilienhäuser, die nicht energetisch saniert sind, verursachen höhere Emissionen, was direkte Mehrkosten für Vermieter bedeutet, da sie nach dem CO₂-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) ab einem bestimmten Schwellenwert einen Großteil der CO₂-Kosten tragen müssen.
Bildnachweis:: BMWSB, 14.11.2022
Konkrete Mehrkosten für Vermieter von Mehrfamilienhäusern
Ein entscheidendes Ergebnis der Studie sind die potenziellen Zusatzkosten, die für unsanierte Mehrfamilienhäuser anfallen. Vermieter, die in Mehrfamilienhäusern mit schlechter Energieeffizienz fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl verwenden, könnten bei einem CO₂-Preis von 150 €/t zusätzliche jährliche Kosten von bis zu 1.000 € pro Wohnung haben. Diese Belastung variiert je nach Größe und energetischem Zustand des Gebäudes, kann jedoch bei nicht sanierten Gebäuden signifikant ansteigen.
Beispielrechnung: Eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus der Energieeffizienzklasse G, beheizt mit Erdgas, könnte bei einem CO₂-Preis von 150 €/t bis zu 750 € an zusätzlichen Heizkosten pro Jahr verursachen. Bei Heizöl könnte dieser Betrag auf über 1.000 € steigen. Diese Zusatzkosten könnten je nach CO₂-Preisentwicklung weiter ansteigen und sind besonders für unsanierte Gebäude eine erhebliche wirtschaftliche Belastung.
Auswirkungen des CO₂-Kostenaufteilungsgesetzes (CO2KostAufG)
Gemäß dem CO2KostAufG müssen Vermieter ab einem bestimmten CO₂-Ausstoß einen immer größeren Teil der Kosten übernehmen. Bei einem Mehrfamilienhaus mit hohen Emissionen muss der Vermieter den Großteil der CO₂ Kosten tragen. Dies führt dazu, dass ineffiziente Gebäude für Vermieter ein erhebliches Kostenrisiko darstellen. Warum energetische Sanierungen unverzichtbar sind
Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern ist der einzige Weg, um die steigenden Kosten durch die CO₂-Bepreisung langfristig zu vermeiden. Maßnahmen wie die Dämmung der Gebäudehülle, der Austausch alter Fenster oder die Installation moderner Heizsysteme können den Energieverbrauch erheblich senken und die CO₂-Emissionen verringern. Die Studie zeigt, dass durch energetische Sanierungen der Gebäudehülle eine Reduktion der CO₂-Emissionen um bis zu 60 % und mehr erreicht werden kann. Dies senkt nicht nur die Heizkosten, sondern auch den Anteil der vom Vermieter zu tragenden CO₂-Kosten.
Sanierungspotenzial: Ein energetisch saniertes Mehrfamilienhaus der Effizienzklasse B würde die CO₂-Mehrkosten von 1.000 € pro Wohnung auf weniger als 300 € pro Jahr senken, was eine erhebliche Einsparung für Vermieter darstellt.
Fazit: Handlungsbedarf für Vermieter von Mehrfamilienhäusern
Die Einführung des EU-ETS 2 und die damit verbundene CO₂-Bepreisung machen es für Vermieter von Mehrfamilienhäusern unerlässlich, jetzt zu handeln. Ohne energetische Sanierungen drohen erhebliche Mehrkosten, die nicht vollständig auf die Mieter abgewälzt werden können und die Profitabilität der Immobilien gefährden könnten.
Investitionen in die Energieeffizienz bieten eine doppelte Rendite: Sie senken nicht nur die laufenden Kosten, sondern steigern auch den langfristigen Wert der Immobilie. Angesichts der bevorstehenden Veränderungen im CO₂-Handelssystem sollten Vermieter die Sanierung ihrer Gebäude als unverzichtbare Maßnahme betrachten, um die wirtschaftliche Belastung zu minimieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.